Seit dem 12. August 2026 gilt die PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation, Verordnung (EU) 2025/40) in allen EU-Ländern. Wir erklären einfach und verständlich, was jetzt gilt, was erst später kommt und was du als Gastronom tun musst.
Nach dem Styropor-Verbot (2021), der Mehrwegangebotspflicht (2023) und dem Einwegkunststofffonds kommt jetzt die nächste Stufe. Die meisten Pflichten treffen Hersteller und Inverkehrbringer. Trotzdem lohnt sich ein Blick darauf, was in deiner Verpackung steckt.
Viele unserer Kunden fragen uns:
"Gilt das auch für mich?" und "Muss ich jetzt etwas umstellen?"
Hier ist der Überblick, was aktuell wichtig ist.
1. Was ist die PPWR?
Die PPWR ist eine EU-Verordnung. Sie gilt unmittelbar und muss nicht erst in nationales Recht umgesetzt werden. In Kraft ist sie seit dem 11. Februar 2025. Die ersten konkreten Pflichten greifen seit dem 12. August 2026, weitere folgen stufenweise bis 2030 und später.
- weniger Verpackungsabfall
- recyclingfähige, ressourcenschonende Verpackungen
- gleiche Regeln in ganz Europa
In Deutschland wird die PPWR durch das Verpackungs-Durchführungsgesetz (VerpackDG) ergänzt, das das bisherige Verpackungsgesetz ablösen soll [PRÜFEN: aktueller Gesetzesstand]. Registrierung bei LUCID und Systembeteiligung bleiben ein Thema für alle, die Verpackungen erstmals in Verkehr bringen.
2. Das gilt seit 12. August 2026
Drei Punkte sind seit dem Stichtag relevant. Klick auf einen Punkt für die Details.
PFAS-Grenzwerte für Lebensmittelverpackungen
PFAS ("Ewigkeitschemikalien") wurden früher oft eingesetzt, damit Verpackungen Fett und Wasser abweisen, etwa bei Pizzakartons, Pommestüten, Burgerpapier oder Take-away-Schalen.
Seit dem 12. August dürfen Verpackungen mit Lebensmittelkontakt, die die Grenzwerte überschreiten, nicht mehr in der EU in Verkehr gebracht werden.
Konformitätserklärung (DoC)
Der Erzeuger einer Verpackung muss bestätigen, dass sie die Anforderungen erfüllt. Das geschieht mit der Declaration of Conformity (DoC). Dahinter steht eine technische Dokumentation, die mindestens fünf Jahre aufbewahrt wird.
Gut zu wissen: Du als Gastronom brauchst keine eigene technische Dokumentation. Sie dient dem Nachweis gegenüber Behörden und liegt beim Erzeuger.
Kennzeichnung des Herstellers
Verpackungen müssen eine eindeutige Kennung (z. B. Chargennummer) sowie Name und Kontaktdaten des Herstellers tragen. Ein QR-Code reicht dafür aus.
3. Lizenzierung: Wer ist verantwortlich?
Standardverpackungen
Becher, Schalen und Boxen aus unserem Sortiment kommen bei uns bereits lizenziert zu dir. Du musst dafür nichts tun.
Individuell bedruckt
Steht dein Logo auf der Verpackung, giltst du als Hersteller. Registrierung und Lizenzierung liegen dann bei dir. Wir sagen dir bei jedem Druckprojekt, was zu beachten ist.
Die gute Nachricht für Takeco-Kunden: Wir prüfen unser Sortiment auf PPWR-Konformität und stellen dir die benötigten Nachweise zur Verfügung. [PRÜFEN: DoC-Zusage und Zeitpunkt]
4. Was kommt als Nächstes? Die Fristen im Überblick
| Zeitpunkt | Was ändert sich |
|---|---|
| 12.08.2026 | Allgemeine Anwendung, PFAS-Grenzwerte für Lebensmittelverpackungen, Konformitätserklärung |
| 2028 | EU-weit einheitliche Kennzeichnung zu Material und Entsorgung |
| 2030 | Verpackungen müssen recyclingfähig sein, Mindestanteil Rezyklat bei Kunststoff, weniger Leerraum, erste Einweg-Beschränkungen und Mehrwegquoten |
| ab 2030 | Weitere Verschärfungen bis 2040 |
Viele Details regelt die EU-Kommission noch in Folgeverordnungen, die Termine können sich daher verschieben. Wir beobachten das für dich.
5. Was du jetzt tun solltest
Lieferanten fragen
Lass dir bestätigen, dass deine Verpackungen PFAS-konform sind und eine Konformitätserklärung vorliegt. Besonders bei Papier, Karton und Bagasse lohnt sich die Frage.
Eigene Rolle klären
Verkaufst du Standardware, oder trägst du mit eigenem Logo bedruckte Verpackungen? Bedruckte Verpackungen bedeuten Hersteller-Pflichten.
Weg vom Plastik
Einwegplastik wird weiter eingeschränkt. Wer jetzt auf Naturmaterialien setzt, ist auf der sicheren Seite.
Unsere Empfehlung für eine zukunftssichere Ausstattung
Speisen & Menüs
Bagasse-Schalen und Salatschalen aus Kraftkarton sind recyclingfähig bzw. kompostierbar.
Besteck
Holzbesteck ist die natürliche Alternative zu Plastik.
Getränke
Pappbecher für heiße und kalte Getränke, auf Wunsch mit deinem Logo.
Häufige Fragen zur PPWR
Was ist der Unterschied zwischen PPWR und Verpackungsgesetz?
Die PPWR ist eine EU-Verordnung mit einheitlichen Regeln für alle Mitgliedstaaten. Das deutsche Verpackungsgesetz regelt bisher Registrierung und Systembeteiligung und wird an die PPWR angepasst.
Gilt die PPWR auch für kleine Betriebe?
Ja, sie betrifft die gesamte Lieferkette. Als Gastronom kaufst du aber in der Regel fertige, konforme Verpackungen. Die Hauptpflichten liegen bei Herstellern und Händlern.
Brauche ich selbst eine Konformitätserklärung?
Nein, nicht für Standardverpackungen. Die DoC stellt der Erzeuger aus.
Was passiert mit meinen Restbeständen?
Verpackungen, die vor dem Stichtag in Verkehr gebracht wurden, dürfen in der Regel abverkauft bzw. verbraucht werden. [PRÜFEN: Übergangsregel vor Veröffentlichung kurz rechtlich bestätigen]
Wie unterstützt mich Takeco?
Mit persönlicher Beratung, rechtskonformer Ware, den nötigen Nachweisen und Infos zu neuen Fristen. Auch bei bedruckten Verpackungen helfen wir bei der Einordnung.
Fazit: Keine Panik, aber vorbereitet sein
Die PPWR ist ein großes Regelwerk, aber du musst kein Jurist sein. Die meisten Pflichten liegen bei Herstellern und Inverkehrbringern. Entscheidend ist ein Partner, der konforme Ware liefert und dir die Nachweise gibt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: Oktober 2026.